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Zinsen auf Guthaben beim Broker

Wie Broker nicht investiertes Guthaben verzinsen: Stufen, Kontoarten, Aktionszinsen, Geldmarktfonds und Anbieter ohne Zinsen – mit Zahlen aus den Quellen der Anbieter, Datum und den Grenzen der Daten.

AutorBrokaro Redaktion
VeröffentlichtAktualisiertLesezeit11 Min.
Auf dieser Seite8
  1. Fünf Arten, wie Zinsen gezahlt werden – oder nicht
  2. Zinsen, die erst bei grossen Beträgen greifen
  3. Aktionszinsen und Bedingungen
  4. Zinsen im CFD- oder Optionskonto
  5. Was nicht als Zins auf Depotguthaben zählt
  6. Ein Rechenbeispiel zur Nullzone
  7. Grenzen dieses Vergleichs
  8. Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Geld, das im Depot auf den nächsten Kauf wartet, bringt bei manchen Brokern Zinsen, bei anderen nichts. Eine einzelne Zahl wie «bis zu 4 %» sagt dabei wenig: Ob der Satz für Ihr Guthaben gilt, hängt von Stufen, Kontoart, Tarif, Währung und Bedingungen ab.

Alle Angaben in diesem Beitrag stammen aus Seiten, Preislisten oder Geschäftsbedingungen der Anbieter, gelesen am 25. Oktober 2026; die Quellen stehen am Ende. Die Liste Zinsen auf Guthaben nach Markt vergleicht die Sätze auf 10.000 in der Landeswährung.

Fünf Arten, wie Zinsen gezahlt werden – oder nicht

1. Ein fester Satz auf das ganze Guthaben. Trade Republic zahlt in Deutschland nach Aktivierung 2,5 % auf das Guthaben, ohne Betragsgrenze; der Zins setzt sich laut Anbieter aus Zinsen von Partnerbanken und Ausschüttungen von Liquiditätsfonds zusammen. IG zahlt auf GBP-Guthaben in GIA, ISA und SIPP 3,75 % AER, variabel, bis GBP 100.000 je Kunde – sofern in den letzten 30 Tagen eine Anlage gehalten, gekauft oder verkauft wurde. XTB nennt in Deutschland einen Standardzins von 1,1 % auf EUR und 1,7 % auf USD (gültig ab 19. Oktober 2026), in Grossbritannien 4 % AER auf GBP im GIA. Lightyear zahlt in Grossbritannien 1,00 % AER auf nicht investierte GBP im General Investment Account; Robinhood UK 3,6 % AER auf USD, auf GBP nichts.

2. Stufen mit einer Nullzone. Bei Interactive Brokers bringen die ersten 10.000 je Währung nichts; darüber gilt der Referenzzins minus 0,5 Prozentpunkte, für GBP ab 8.000. Den vollen Satz gibt es erst ab einem Kontowert von USD 100.000, darunter weniger – nach welcher Formel genau, steht nicht in der Quelle. CapTrader, dessen Konten bei Interactive Brokers liegen, zieht 1,00 Prozentpunkt vom Referenzzins ab; LYNX zieht 2 % vom Satz von Interactive Brokers ab und zahlt nichts, wenn der Abzug grösser ist als der Satz. Estably nennt für USD bis 10.000 0 % und darüber 3,590 %, sagt aber zugleich, dass 1,25 Prozentpunkte des Habenzinses bei Estably bleiben – ob vor oder nach diesem Abzug, steht nicht da. Tickmill nennt Höchstsätze bis 1,75 % auf USD und GBP; der Satz wächst mit dem Guthaben, den vollen gibt es erst ab USD 50K bzw. GBP 40K.

3. Je nach Kontoart oder Tarif. AJ Bell zahlt im Dealing account 0,75 % auf die ersten GBP 2.000 und darüber nichts, im ISA 1,75 % auf alles und im SIPP 2,05 % bis GBP 100.000 (gültig seit 1. Februar 2026). Bei interactive investor bringt das Trading Account auf die ersten GBP 20.000 0,80 %, das ISA 1,10 % und die SIPP 1,70 % (gültig ab 6. Januar 2026). Hargreaves Lansdown zahlt im Fund and Share Account 1,06 % AER bis GBP 19.999,99 und in höheren Stufen mehr, im ISA 1,31 % in der untersten Stufe (seit 10. Juni 2026). Bei Freetrade hängt der Satz vom Tarif ab: Basic 1 % auf bis zu GBP 1.000, die kostenpflichtigen Tarife mehr auf bis zu GBP 3.000. Bei BUX zahlt der Grundtarif 0 %, nur die Abos Plus und Prime zahlen Zinsen; Robinhood nennt in den USA 3,6 % APY nur für Mitglieder von Robinhood Gold (USD 5 im Monat).

4. Ein Geldmarktfonds statt eines Zinses. Fidelity legt nicht investiertes Guthaben neuer Depots in den USA standardmässig im Fidelity Government Money Market Fund (SPAXX) an. Die genannte Zahl – 3,49 % am 8. Oktober 2026 – ist die 7-Tage-Rendite des Fonds, kein Einlagenzins, und nicht durch die FDIC gesichert.

5. Keine Zinsen. flatex nennt im Preisverzeichnis 0,00 % auf dem Cash-Konto, justTRADE 0,00 % auf dem Verrechnungskonto, finanzen.net zero «im Moment» keinen Zins, Scalable Capital 0 % auf das Broker-Guthaben, Lightyear in der EU 0,00 %. In der Schweiz nennen Swissquote 0 % in jeder Stufe, PostFinance keinen Habenzins im E-Trading, Yuh 0 % auf Guthaben in Sparprojekten und Cornèrtrader 0 % auf CHF, EUR und USD; Nordnet nennt 0,00 % auf den Anlagekonten. Pepperstone, IC Markets (EU), FP Markets (Saint Lucia), markets.com (EU) und Plus500 (EU) schliessen Zinsen auf Kundengeld in ihren Geschäftsbedingungen aus.

Zinsen, die erst bei grossen Beträgen greifen

Qtrade nennt 0,00 % auf CAD bis 2.000.000 und auf alle USD; 0,10 % gibt es nur auf CAD ab 2.000.001. TradeStation zahlt 0,15 % nur auf freie Guthaben über USD 100.000. Solche Sätze stehen im Profil des Anbieters, der Filter «Zinsen auf Guthaben (belegt)» zählt sie aber nicht: Er verlangt einen Satz über 0 %, der spätestens ab 10.000 greift.

Aktionszinsen und Bedingungen

  • XTB (Deutschland): Neukunden ab 14. Oktober 2026 erhalten 90 Tage lang 4,5 % auf bis zu EUR 20.000, wenn sie in jedem Kalendermonat mindestens eine Aktien- oder ETF-Order ausführen. Danach gilt der Standardzins.
  • Trade Republic (Österreich, Frankreich, Italien, Belgien, Portugal, Niederlande): Neukunden erhalten 3 % auf Guthaben bis EUR 50.000, darüber den Einlagesatz der EZB, derzeit 2,5 %; ohne IBAN des Landes gibt es laut den Seiten keine Zinsen. Was Bestandskunden unter EUR 50.000 erhalten, steht dort nicht – deshalb reiht die Liste Trade Republic in Österreich nicht.
  • Moomoo (USA): 3,6 % APY als Aktionszins für Kunden, die eine Einzahlungs- oder Übertragungsbedingung erfüllen (Stand 18. September 2026); einen Grundzins nennt die Seite nicht.
  • Nur für VIP-Kunden: Saxo in der Schweiz und AvaTrade zahlen Zinsen auf Guthaben nur in VIP-Stufen.

Die Liste nach Markt lässt Aktionszinsen, ISA- und Altersvorsorgekonten, Tarife mit Monatsgebühr und Angebote nur für VIP-Kunden aus dem Vergleich heraus; sie stehen dort trotzdem mit allen Angaben.

Zinsen im CFD- oder Optionskonto

Manche Anbieter zahlen Zinsen auf Geld im Handelskonto für CFDs und andere Hebelprodukte. ActivTrades nennt 2,4 % APY auf EUR und 3,3 % auf USD auf «freie Margin», nur bis 100.000 und nach Aktivierung. OANDA zahlt in Grossbritannien im CFD- und Spread-Betting-Konto 2 % APY bei einem durchschnittlichen Guthaben von GBP 10.000 bis 49.999 und 4 % zwischen GBP 50.000 und 100.000 (als Aktionszins bezeichnet); in der EU gibt es nur im CFD-Konto Zinsen, im Aktienkonto keine. eToro USA zahlt 3,25 % auf Guthaben im Optionskonto. Die Liste nach Markt zeigt diese Angaben, reiht sie aber nicht: Sie vergleicht das gewöhnliche Depot.

Was nicht als Zins auf Depotguthaben zählt

Ein separates Spar- oder Tagesgeldkonto neben dem Depot ist etwas anderes als Zins auf das Guthaben im Depot. Scalable Capital zahlt auf seinem Tagesgeldkonto 2,60 % (seit 1. September 2026), auf dem Broker-Guthaben 0 %. Smartbroker+ verzinst ein separates Zinskonto bei der Baader Bank mit 2,25 % bis EUR 100.000, Consorsbank ein Tagesgeldkonto mit 1,00 %, comdirect ein Tagesgeldkonto mit 0,75 %. Revolut verzinst in Deutschland, Grossbritannien und Litauen separate Sparkonten. Coinbase zahlt in Grossbritannien 3,50 % AER auf ein separates Sparkonto bei der ClearBank. Public in den USA verzinst nur das separate High-Yield Cash Account (3,30 % APY ohne Gebühr), Guthaben im Brokerage-Konto selbst bringt dort nichts. Nordnet zahlt auf seinem Sparkonto 1,34 %, auf den Anlagekonten 0,00 %. Wealthsimple verzinst das separate Chequing-Konto; ob Guthaben im Handelskonto Zinsen bringt, ist nicht belegt. Webull UK vermittelt ein Sparprodukt eines Drittanbieters. Kraken zahlt «Opt-In Rewards» auf Krypto-Bestände, und Bitpanda Cash Plus ist laut Anbieter ein Derivat auf Geldmarktfonds – beides sind keine Zinsen auf Guthaben in USD, EUR oder GBP.

Ein Rechenbeispiel zur Nullzone

Bei Interactive Brokers bringen die ersten EUR 10.000 nichts. Liegen genau EUR 10.000 auf dem Konto, ist der Zins daher null – egal, wie hoch der Satz darüber ist. Bei EUR 20.000 werden nur EUR 10.000 verzinst, und auch das nur zum vollen Satz, wenn der Kontowert USD 100.000 erreicht. Ein hoher Satz «über 10.000» ist für kleine Guthaben deshalb weniger wert, als er aussieht.

Grenzen dieses Vergleichs

  • Alle Sätze sind variabel. Wo eine Quelle ein Datum nennt, steht es dabei; viele Seiten nennen keines.
  • Manche Sätze sind nicht lesbar. Saxo, LYNX und Webull laden ihre Sätze per JavaScript-Rechner; die Preisseite von Trading 212 war für uns gesperrt, und bestehende Kunden sehen ihren Satz dort nur in der App. In diesen Fällen fehlt die Zahl.
  • Alle 72 Anbieter nachgesehen, nicht alle Märkte belegt. Wo die Quellen für einen Markt weder ein Ja noch ein Nein enthalten, steht ein Anbieter in der Liste als «ohne belegte Angabe».
  • Steuern auf Zinsen behandeln wir hier nicht. LYNX nennt für Konten bei Interactive Brokers Ireland 20 % Quellensteuer auf Zinsen.
  • Stand 25. Oktober 2026. Wir haben keine Konten eröffnet; wir geben wieder, was die Anbieter schreiben.

Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.

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