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Steuern

Investieren aus Spanien: Sparsteuer, Modelo 720, neue CAI

Sparsteuer von 19 bis 30 %, Quellensteuer, Modelo 720 und 721, Transaktionssteuer, die neue Cuenta de Ahorro e Inversión und Mexiko. Mit Quellen.

AutorBrokaro Redaktion
VeröffentlichtAktualisiertLesezeit9 Min.
Auf dieser Seite9
  1. Die kurze Antwort
  2. Die Sparsteuer
  3. Depot im Ausland: Modelo 720 und 721
  4. Die Transaktionssteuer
  5. Die neue Cuenta de Ahorro e Inversión
  6. US-Dividenden, Aufsicht und Anlegerschutz
  7. Mexiko
  8. Was wir nicht belegen konnten
  9. Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

In Spanien werden Dividenden, Zinsen und Kursgewinne gemeinsam als Sparerträge (base del ahorro) besteuert. Für die Wahl des Brokers zählen daneben zwei Dinge: ob Sie ein Depot im Ausland mit dem Modelo 720 melden müssen, und ob der Anbieter Quellensteuer einbehält und Berichte für die Steuererklärung liefert. Am Ende folgt ein Abschnitt zu Mexiko.

Gesetzestexte haben wir in der konsolidierten Fassung des Boletín Oficial del Estado (BOE) gelesen, dazu die Seiten der Sicherungsfonds, des IRS und der genannten Anbieter, alle am 25. Oktober 2026; die Quellen stehen am Ende. Die Angaben je Anbieter zeigt auch die Seite Broker für Anleger in Spanien.

Die kurze Antwort

  • Sparsteuer: 19 % bis EUR 6.000, 21 % bis EUR 50.000, 23 % bis EUR 200.000, 27 % bis EUR 300.000, darüber 30 % (Staat und Region zusammen, seit 2025).
  • Quellensteuer: Spanische Zahlstellen behalten 19 % auf Dividenden und Zinsen und auf Gewinne aus Fondsrückgaben ein.
  • Modelo 720: Wertpapiere im Ausland von zusammen mehr als EUR 50.000 melden, danach erst wieder bei einem Anstieg um mehr als EUR 20.000. Kryptowerte im Ausland: Modelo 721.
  • Transaktionssteuer: 0,2 % beim Kauf von Aktien spanischer Gesellschaften mit mehr als EUR 1 Mrd. Börsenwert.
  • Neues Konto: Die Cuenta de Ahorro e Inversión gilt seit dem 8. Oktober 2026, darf aber noch nicht angeboten werden.
  • US-Dividenden: 15 % nach dem Abkommen. Schutz: FOGAIN oder FGD, je bis EUR 100.000.

Die Sparsteuer

Die Steuer auf Sparerträge besteht aus einem staatlichen Teil (Art. 66 LIRPF) und einem regionalen Teil (Art. 76 LIRPF) mit derselben Staffel: 9,5 % bis EUR 6.000, 10,5 % bis EUR 50.000, 11,5 % bis EUR 200.000, 13,5 % bis EUR 300.000 und 15 % darüber. Zusammen ergibt das 19 %, 21 %, 23 %, 27 % und 30 %. Die Staffel gilt seit dem 1. Januar 2025 (Ley 7/2024) und ist 2026 unverändert in Kraft.

Ein Beispiel ohne weitere Sparerträge: Auf EUR 10.000 Kursgewinn fallen 19 % auf die ersten EUR 6.000 (EUR 1.140) und 21 % auf die übrigen EUR 4.000 (EUR 840) an, zusammen EUR 1.980.

Spanische Zahlstellen behalten 19 % auf Kapitalerträge wie Dividenden und Zinsen ein (Art. 101.4 LIRPF), ebenso auf Gewinne aus der Rückgabe oder dem Verkauf von Fondsanteilen (Art. 101.6). Abgerechnet wird mit der Steuererklärung.

Wer von einem Investmentfonds in einen anderen wechselt (traspaso), versteuert den Gewinn dabei nicht; die neuen Anteile übernehmen Wert und Datum der alten (Art. 94.1.a LIRPF). Für börsengehandelte Fonds (ETFs) gilt das nicht.

Depot im Ausland: Modelo 720 und 721

Das Modelo 720 meldet Vermögen im Ausland. Für Wertpapiere gilt: Liegen sie zusammen bei höchstens EUR 50.000, entfällt die Meldung; darüber sind alle zu melden. In den Folgejahren ist eine neue Meldung nur nötig, wenn der Wert seit der letzten um mehr als EUR 20.000 gestiegen ist. Frist ist der 1. Januar bis 31. März des Folgejahres. Kryptowerte gehören laut Steuerverwaltung nicht ins Modelo 720, sondern ins Modelo 721, mit denselben Schwellen und derselben Frist.

Seit dem 11. März 2022 (Ley 5/2022) enthält die Zusatzbestimmung 18 des Steuergesetzes (LGT) nur noch die Meldepflicht, nicht mehr die besonderen Strafen für das Modelo 720. Welche allgemeinen Strafen heute gelten, haben wir nicht geprüft.

Die Meldung von Portfolioanlagen an das Register für Auslandsinvestitionen ist seit dem 1. September 2023 abgeschafft (RD 571/2023). Laut Leitfaden des Handelsministeriums, der selbst keine Rechtskraft hat, melden Ansässige eine Beteiligung an einer ausländischen Gesellschaft erst ab 10 % des Kapitals oder der Stimmrechte.

Was die Broker aus unserem Vergleich sagen

BrokerWas der Anbieter für Spanien angibt
XTBZweigniederlassung in Spanien, bei der CNMV unter Nr. 40 eingetragen; erstellt einen Steuerbericht und übermittelt ihn an die Steuerverwaltung
DEGIROJahresübersichten; DEGIRO schreibt, es bemühe sich, sie vor den Fristen der Steuererklärung bereitzustellen
Trade Republicdie spanische Hilfeseite zum Steuerbericht nennt Posten der deutschen Steuer (Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer); ob er die spanische Erklärung abdeckt, keine Angabe
Interactive Brokers, eTorospanischsprachige Website; Steuerberichte für Spanien nicht geprüft

Spanische Anbieter, die wir (noch) nicht vergleichen und nicht bewerten: Self Bank (Banco de España, Register Nr. 1490) schreibt, Wertpapiere bei ihr müssten nicht ins Modelo 720; Indexa Capital (CNMV Nr. 257) sagt dasselbe für 720 und D-6, weil die Fondsanteile bei einer spanischen Depotbank liegen. Dazu MyInvestor (laut eigener Angabe von Banco de España und CNMV beaufsichtigt) und Renta 4 Banco (CNMV 234, Banco de España 0083).

Die Transaktionssteuer

Die Steuer auf Finanztransaktionen (Ley 5/2020) beträgt 0,2 % auf den Erwerb von Aktien spanischer Gesellschaften, deren Börsenwert am 1. Dezember des Vorjahres über EUR 1 Mrd. lag. Steuerschuldner ist der Intermediär, gleich wo er ansässig ist. Ein Kauf über EUR 5.000 kostet so EUR 10.

Die neue Cuenta de Ahorro e Inversión

Mit dem Real Decreto-ley 29/2026, in Kraft seit dem 8. Oktober 2026, gibt es die Cuenta de Ahorro e Inversión Financia Europa (CAI) (Art. 95 ter LIRPF):

  • ein Konto je steuerpflichtiger Person, Einzahlungen nur in Geld, höchstens EUR 150.000 nicht zurückgezahlte Einzahlungen;
  • zulässig sind Aktien mit Sitz in der EU oder im EWR an geregelten Märkten oder MTF und bestimmte Fonds einschliesslich ETFs; SICAV und Derivate sind ausgeschlossen;
  • Gewinne werden erst bei einer Entnahme besteuert; Dividenden und Zinsen dagegen laufend, ausserhalb des Kontos;
  • auf den Gewinnanteil aus Einzahlungen, die länger als 5 Jahre im Konto lagen, sind die ersten EUR 10.000 (insgesamt je Person) ganz und vom Rest 20 % steuerfrei.

Beispiel: Bei EUR 30.000 Gewinn aus solchen Einzahlungen bleiben EUR 10.000 und 20 % der übrigen EUR 20.000, also EUR 4.000, steuerfrei; EUR 16.000 werden versteuert.

Stand am 25. Oktober 2026: Das Konto darf erst angeboten und abgeschlossen werden, wenn eine Ministerialverordnung zu den Meldepflichten in Kraft ist. Fonds und ETFs kommen erst hinein, wenn das Register der zulässigen Fonds arbeitet. Die gleichlautende Vorgängerverordnung RDL 26/2026 hat der Kongress aufgehoben (Resolution vom 2. Oktober 2026); für RDL 29/2026 nannte das BOE an diesem Tag keine Bestätigung durch den Kongress.

Bestehende Sparformen: Der Plan de Ahorro a Largo Plazo (SIALP bei einer Versicherung, CIALP bei einer Bank) erlaubt EUR 5.000 im Jahr; der Anbieter garantiert bei Fälligkeit mindestens 85 % der Einzahlungen, und Erträge sind steuerfrei, wenn in den fünf Jahren nach der Eröffnung nichts entnommen wird; der neue SIALP Financia Europa mit EUR 10.000 im Jahr darf ebenfalls noch nicht angeboten werden. Einzahlungen in einen privaten Pensionsplan mindern das Einkommen bis zum kleineren Betrag von 30 % der Netto-Arbeits- und Geschäftseinkünfte oder EUR 1.500 im Jahr; die Grenze steigt um EUR 8.500 im Jahr, sofern die Erhöhung aus Arbeitgeberbeiträgen stammt oder aus Beiträgen der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers, die an den Arbeitgeberbeitrag gekoppelt sind.

US-Dividenden, Aufsicht und Anlegerschutz

US-Dividenden: 15 % Quellensteuer nach dem Abkommen, 5 % für qualifizierte Direktbeteiligungen (IRS, Tabelle 1, Stand Mai 2023).

Die CNMV beaufsichtigt Wertpapiermärkte und Wertpapierfirmen; Banken mit Wertpapiergeschäft stehen zusätzlich unter der Aufsicht der Banco de España. Kundinnen und Kunden von Wertpapierfirmen (sociedades und agencias de valores, Vermögensverwalter) entschädigt der FOGAIN bis EUR 100.000 bei Insolvenz der Firma. Wertpapiere bei einer Bank deckt dagegen der Einlagensicherungsfonds FGD bis EUR 100.000 je Einleger und Institut, zusätzlich zu den EUR 100.000 für Guthaben; gedeckt ist die fehlende Rückgabe, nicht ein Kursverlust.

Mexiko

Amtliche mexikanische Seiten (CNBV, Steuergesetz) waren für uns nicht erreichbar. Die Steuerangaben stammen deshalb aus einer Sekundärquelle, der Länderübersicht von PwC (zuletzt geprüft am 6. August 2026):

  • Steuerlich Ansässige versteuern Kursgewinne weltweit. Gewinne aus Wertpapierverkäufen über die mexikanische Börse kosten 10 % auf den Nettogewinn des Jahres; dasselbe gilt für mexikanische Aktien an zugelassenen ausländischen Börsen, wenn das Finanzministerium sie als beim breiten Publikum platziert einstuft.
  • Auf Dividenden aus Gewinnen nach 2013 behält die mexikanische Gesellschaft zusätzlich 10 % ein. Dividenden ausländischer Gesellschaften sind in der Jahreserklärung voll steuerpflichtig; dazu zahlt die Person selbst 10 % auf die Nettodividende bis zum 17. des Folgemonats.
  • Der höchste Grenzsteuersatz 2026 beträgt 35 %.
  • Beiträge zu bestimmten privaten Altersvorsorgekonten und freiwillige Beiträge zur staatlichen Altersvorsorge sind innerhalb eigener Grenzen abziehbar, ausserhalb der allgemeinen Grenze (15 % des Jahreseinkommens oder fünf UMA im Jahr, der kleinere Betrag, höchstens MXN 213.973); Auszahlungen sind steuerpflichtig.

US-Dividenden: 10 % nach dem Abkommen, 5 % für qualifizierte Direktbeteiligungen. Die Plattform Actinver Trade (früher Bursanet) nennt als Aufsicht CNBV, Finanzministerium (SHCP) und Banxico; das verbundene Bankkonto sei durch die Einlagensicherung IPAB geschützt. Welcher Schutz für Wertpapiere bei einer casa de bolsa gilt, konnten wir nicht belegen. GBM bietet laut eigener Seite Aktien, ETFs und Fonds an den Märkten Mexikos und der USA an und nennt sich «empresa regulada», ohne die Behörde zu nennen. Beide vergleichen und bewerten wir nicht. Mehr auf der Seite Broker für Anleger in Mexiko.

Was wir nicht belegen konnten

  • Spanische Steuerberichte von Scalable, Revolut, Trading 212, Freedom24, Lightyear, Bitpanda und eToro;
  • welche allgemeinen Strafen heute für ein fehlendes Modelo 720 gelten;
  • ob ein Anbieter die neue CAI anbieten wird;
  • für Mexiko: amtliche Steuer- und Aufsichtstexte, den Schutz von Wertpapieren bei einer casa de bolsa, ob Broker die 10 % einbehalten und welche Pflichten ein Broker im Ausland auslöst.

Nach Wohnland vergleichen: Aktien-Broker für Anleger in Spanien und ETF-Broker für Anleger in Spanien.

Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Häufige Fragen

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