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Steuern

Investieren aus Frankreich: PEA, Compte-titres und IFU

PEA, PEA-PME und Compte-titres: Flat Tax, Sozialabgaben, IFU, Meldung von Auslandskonten, TTF und FGDR, dazu Luxemburg. Mit Quellen und Datum.

AutorBrokaro Redaktion
VeröffentlichtAktualisiertLesezeit9 Min.
Auf dieser Seite9
  1. Die kurze Antwort
  2. Das Compte-titres und die Flat Tax
  3. Der PEA
  4. IFU, Formular 2074 und das Konto im Ausland
  5. Die Steuer auf Aktienkäufe (TTF)
  6. US-Dividenden und Anlegerschutz
  7. Luxemburg
  8. Was wir nicht belegen konnten
  9. Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Wer in Frankreich steuerlich ansässig ist, legt Wertpapiere meist in einem von zwei Konten an: im gewöhnlichen Depot, dem Compte-titres ordinaire (CTO), oder im steuerbegünstigten Plan d’épargne en actions (PEA). Hier steht, wie beide besteuert werden, was ein Konto im Ausland zusätzlich verlangt, welche Broker aus unserem Vergleich einen PEA anbieten, und am Ende ein Abschnitt zu Luxemburg.

Jede Zahl stammt aus amtlichen französischen und luxemburgischen Quellen oder von den Seiten der Anbieter, gelesen am 25. Oktober 2026; die Quellen stehen am Ende. Die Angaben je Anbieter zeigt auch die Seite Broker für Anleger in Frankreich.

Die kurze Antwort

  • Compte-titres: Kursgewinne und Dividenden unterliegen ohne eigene Wahl der Flat Tax (prélèvement forfaitaire unique, PFU) von 31,4 %: 12,8 % Einkommensteuer und 18,6 % Sozialabgaben.
  • PEA: Einzahlungen bis EUR 150.000, nur mit Steuerwohnsitz in Frankreich; mit dem PEA-PME zusammen bis EUR 225.000. Entnahmen nach dem 5. Jahr sind frei von Einkommensteuer, nicht von Sozialabgaben.
  • Konto im Ausland: jedes Jahr melden (Feld 8UU, Formular 3916-3916 bis), sonst droht eine Busse von EUR 1.500 je Konto. Für die vier Broker aus unserem Vergleich mit PEA haben wir keinen Beleg gefunden, dass sie die Steuerbescheinigung IFU ausstellen.
  • TTF: 0,4 % auf den Erwerb betroffener Aktien seit dem 1. April 2025, geschuldet vom ausführenden Dienstleister, auch im Ausland.
  • US-Dividenden: 15 % Quellensteuer nach dem Abkommen. FGDR: Wertpapiere bis EUR 70.000 je Kunde und Institut.

Das Compte-titres und die Flat Tax

Ein Beispiel im gewöhnlichen Depot: Auf EUR 1.000 Gewinn im Jahr 2026 fallen EUR 128 Einkommensteuer und EUR 186 Sozialabgaben an, zusammen EUR 314.

Die 18,6 % gelten für Kapitalerträge («revenus de placements»), die 2026 bezogen werden: CSG 10,6 %, CRDS 0,5 % und Solidaritätsabgabe 7,5 %. Für Erträge des Jahres 2025 waren es 17,2 %. Bei 17,2 % bleiben laut service-public unter anderem die Assurance-vie, der Plan épargne logement und Mieteinnahmen.

Wer stattdessen den progressiven Tarif wählt, erhält den Abschlag von 40 % auf Dividenden und kann einen Teil der CSG und Kosten abziehen; die Wahl gilt aber für alle Kapitalerträge und Wertpapiergewinne des Jahres. Ab den Einkünften 2026, erklärt 2027, lässt sie sich zurücknehmen, wenn sie sich als ungünstig erweist.

Auf bestimmte Kapitalerträge, darunter Dividenden und Zinsen, behält die auszahlende Stelle 12,8 % als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer ein (prélèvement forfaitaire non libératoire), abgerechnet mit der Steuererklärung. Befreien lassen kann sich, wessen Referenzeinkommen des vorletzten Jahres bei Dividenden unter EUR 50.000 (Alleinstehende) bzw. EUR 75.000 (gemeinsam veranlagte Paare) liegt, bei festverzinslichen Produkten unter EUR 25.000 bzw. EUR 50.000. Der Antrag geht bis zum 30. November des Vorjahres an das auszahlende Institut.

Der PEA

Laut service-public gilt:

  • Grenze: Einzahlungen bis EUR 150.000. Für steuerlich abhängige Volljährige, etwa Studierende, gelten EUR 20.000, solange die Abhängigkeit besteht.
  • Wer: nur Personen mit Steuerwohnsitz in Frankreich.
  • Was: Aktien europäischer Unternehmen sowie Fonds, die zu mehr als 75 % in solche Aktien investieren. XTB nennt den Sitz in der EU oder im EWR; Fortuneo nennt Frankreich, die EU, Island oder Norwegen und verlangt, dass die Gesellschaft der Körperschaftsteuer unterliegt.
  • Steuern im Plan: Gewinne, die im Plan wieder angelegt werden, sind frei von Einkommensteuer und Sozialabgaben.
  • Steuern bei Entnahme: Sozialabgaben fallen bei jeder Entnahme an. Entnahmen nach dem 5. Jahr sind von der Einkommensteuer befreit. Für den PEA können besondere CSG-Sätze gelten, namentlich für Gewinne oder Einzahlungen vor 2018.
  • Frühe Entnahme: Eine Entnahme vor Ende des 5. Jahres schliesst den Plan grundsätzlich. Ausnahmen gelten unter anderem für eine Teilentnahme wegen Entlassung, Invalidität oder Vorruhestand der Inhaberin oder des Inhabers bzw. des Ehe- oder Pacs-Partners.

Ein Beispiel zum allgemeinen Satz: Wird nach sechs Jahren ein Gewinn von EUR 10.000 entnommen, fällt keine Einkommensteuer an; die Sozialabgaben betragen bei 18,6 % EUR 1.860. Im Compte-titres wären es mit der Flat Tax EUR 3.140.

Wirbt ein Anbieter mit «steuerfreien Gewinnen» im PEA, ist die Einkommensteuer gemeint: Die Sozialabgaben nennt service-public ausdrücklich als fällig.

Der PEA-PME (PEA PME-ETI) dient der Finanzierung kleiner, mittlerer und mittelgrosser Unternehmen. Er darf bis EUR 225.000 enthalten; zusammen mit einem PEA bleiben es EUR 225.000, davon im PEA höchstens EUR 150.000. Mehrere PEA-PME gleichzeitig sind nicht erlaubt. Bei Entnahmen gilt dieselbe Steuerregel.

Welche Broker aus unserem Vergleich einen PEA anbieten

BrokerPEAPEA-PMEBeleg
Saxojajahome.saxo/fr-fr
XTBjakeine Angabextb.com/fr
Trade Republicjakeine AngabeBeschreibung der PEA-Seite
Interactive Brokersjakeine Angabeinteractivebrokers.ie/fr
DEGIROkeine Angabekeine Angabeauf degiro.fr nicht gefunden

XTB schreibt, seine französische Zweigniederlassung (XTB S.A. Succursale française) werde von der AMF kontrolliert. Die französische Website von DEGIRO betreibt die niederländische Zweigniederlassung der deutschen flatexDEGIRO Bank SE.

Ebenfalls PEA, PEA-PME und Compte-titres bieten die französischen Anbieter Fortuneo und Bourse Direct an, beide laut ihrem Impressum von der ACPR zugelassen. Wir vergleichen und bewerten sie (noch) nicht.

IFU, Formular 2074 und das Konto im Ausland

Französische Zahlstellen geben die Bescheinigung IFU (imprimé fiscal unique) für die Steuererklärung aus, und in der Regel berechnet das verwahrende Institut auch Gewinne und Verluste. Ob Saxo, XTB, Trade Republic oder Interactive Brokers eine IFU ausstellen, haben wir auf ihren Seiten nicht gefunden – das ist weder ein Ja noch ein Nein.

Ein Konto im Ausland melden Sie jedes Jahr mit der Einkommensteuererklärung: Feld 8UU ankreuzen und je Konto das Formular 3916-3916 bis ausfüllen. service-public nennt ausdrücklich auch Konten bei einem Wertpapierhändler («agent de change»). Die Busse beträgt EUR 1.500 je nicht gemeldetes Konto und EUR 10.000, wenn das Konto in einem Staat liegt, der mit Frankreich kein Abkommen gegen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung geschlossen hat.

Mit dem Formular 2074 (Cerfa 11905), beigelegt zur Erklärung, werden Gewinne und Verluste aus Wertpapierverkäufen und PEA-Schliessungen erklärt; das Formular 2778-DIV-SD betrifft Vorauszahlung und Sozialabgaben auf Ausschüttungen, die aus dem Ausland gezahlt werden. Wann genau ein Konto im Ausland sie nötig macht, sagen die gelesenen Seiten nicht.

Die Steuer auf Aktienkäufe (TTF)

Frankreich besteuert den Erwerb von Aktien mit der «taxe sur les acquisitions de titres de capital» (CGI Art. 235 ter ZD). Seit dem 1. April 2025 beträgt sie 0,4 %. Schuldner ist laut BOFiP der Wertpapierdienstleister, der den Kaufauftrag ausführt, gleich wo er ansässig ist; Anbieter ausserhalb Frankreichs schulden sie unter denselben Bedingungen. Bei einem Kauf von EUR 5.000 einer betroffenen Aktie sind das EUR 20.

Welche Aktien genau betroffen sind und welche Ausnahmen gelten, haben wir im Originaltext nicht geprüft, ebenso wenig, ob ein bestimmter ausländischer Broker die Steuer tatsächlich einzieht.

US-Dividenden und Anlegerschutz

Für in Frankreich Ansässige beträgt die US-Quellensteuer auf Dividenden nach dem Abkommen 15 %; 5 % gelten nur für qualifizierte Direktbeteiligungen (IRS, Tabelle 1, Stand Mai 2023).

Der Garantiefonds FGDR entschädigt Wertpapiere bis EUR 70.000 je Kunde und Institut, in jeder Währung. Er zahlt nur, wenn Wertpapiere aus den Konten verschwunden sind (Betrug, IT-Ausfall) und das ausgefallene Institut sie weder zurückgeben noch erstatten kann. Bargeld neben den Wertpapieren zählt bei einer Bank zur Einlagensicherung von EUR 100.000 je Kunde und Institut; bei einer Wertpapierfirma ist es bis EUR 70.000 gedeckt. Welches System bei einem Broker mit Sitz in einem anderen Land gilt, nennt seine Seite in unserem Vergleich unter der jeweiligen Lizenz.

Luxemburg

Ein steuerbegünstigtes Konto für Wertpapiere haben wir für Luxemburg nicht belegt gefunden. Die Regeln laut dem Behördenportal guichet.lu:

  • Kursgewinne aus Aktien bei einer Beteiligung unter 10 %: progressiver Tarif bei Verkauf innerhalb von 6 Monaten, steuerfrei nach mehr als 6 Monaten. Gewinne unter EUR 500 im Kalenderjahr sind nicht steuerpflichtig. Bei einer wesentlichen Beteiligung (über 10 % in den 5 Jahren vor dem Verkauf) gilt nach 6 Monaten der halbe Satz, mit einem Freibetrag von EUR 50.000 (doppelt bei gemeinsamer Veranlagung), gekürzt um die Freibeträge der 10 Vorjahre.
  • Dividenden: progressiver Tarif plus 1,4 % Pflegeversicherung (assurance dépendance). Zur Hälfte steuerfrei sind Dividenden einer voll steuerpflichtigen Kapitalgesellschaft in Luxemburg, einem EU-Staat oder einem Abkommensstaat. Auf steuerpflichtige Zinsen und Dividenden zusammen gibt es EUR 1.500 Freibetrag im Jahr, doppelt bei gemeinsamer Veranlagung.
  • Quellensteuer: Luxemburger Gesellschaften behalten 15 % auf Dividenden ein, für Ansässige eine Vorauszahlung; Luxemburger und ausländische Quellensteuer ist grundsätzlich anrechenbar. Bestimmte Zinsen einer Luxemburger Bank unterliegen der Abgeltung RELIBI von 20 %.
  • Erklärung: Steuerpflichtige Gewinne erklären Sie selbst unter «revenus nets divers», gestützt etwa auf eine Bankbescheinigung.
  • Tarif: guichet.lu (Seiten zuletzt geändert 2013 bis 2023) nennt noch Sätze bis 42,80 % bzw. 43,60 %; PwC nennt 8 % bis 42 % plus einen Solidaritätszuschlag von 7 % bzw. 9 % der Steuer. Den amtlichen Tarif haben wir nicht gelesen.
  • US-Dividenden: 15 % nach dem Abkommen, 5 % für qualifizierte Direktbeteiligungen.

Die Aufsicht führt die CSSF. Das Entschädigungssystem SIIL deckt berechtigte Kundinnen und Kunden von Wertpapierfirmen und Banken bis EUR 20.000 je Person und Firma; Einlagen deckt nicht das SIIL, sondern der Fonds FGDL, dessen Betrag wir nicht gelesen haben.

Aus unserem Vergleich betreibt Swissquote mit der Swissquote Bank Europe eine von der CSSF beaufsichtigte Bank in Luxemburg, die dem FGDL angehört. Nicht verglichen und nicht bewertet haben wir die von der CSSF beaufsichtigte Bank BGL BNP Paribas, die laut eigener Seite Börsenaufträge im Web Banking für EUR 25 je Transaktion ausführt. Mehr auf der Seite Broker für Anleger in Luxemburg.

Was wir nicht belegen konnten

  • ob Saxo, XTB, Trade Republic und Interactive Brokers eine IFU ausstellen oder die Vorauszahlung von 12,8 % einbehalten;
  • ob DEGIRO einen PEA anbietet;
  • welche Aktien unter die TTF fallen und ob ein bestimmter ausländischer Broker sie einzieht;
  • wann die Formulare 2074 und 2778-DIV-SD bei einem Broker im Ausland nötig sind;
  • den Plan d’épargne retraite (PER) und die Assurance-vie haben wir für diesen Beitrag nicht untersucht;
  • für Luxemburg: den Betrag des FGDL, den amtlichen Tarif, Vorsorgeverträge (Art. 111bis LIR), eine Steuer auf Wertpapiergeschäfte und Luxemburger Steuerbescheinigungen der Broker.

Vergleichen können Sie die Anbieter auch nach Wohnland: Aktien-Broker für Anleger in Frankreich und ETF-Broker für Anleger in Frankreich.

Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Häufige Fragen

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