Investieren aus Schweden: ISK, KF und Depot 2026
Wie Schweden ISK, Kapitalförsäkring und das gewöhnliche Depot 2026 besteuert: Schablonsteuer, Freibetrag SEK 300.000, Verluste, K4 und Anlegerschutz.
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Wer in Schweden wohnt, hält Wertpapiere meist auf einem von drei Wegen: im Investeringssparkonto (ISK), in einer Kapitalförsäkring (KF) oder in einem gewöhnlichen Depot, das Skatteverket «vanlig depå» nennt und Nordnet in seiner Preisliste «Aktie- och fondkonto». Die drei unterscheiden sich darin, wie und wann Steuern anfallen. Dieser Beitrag beschreibt die Regeln, rechnet sie an Beispielen vor und sagt, was wir über die Anbieter in unserem Vergleich belegen konnten. Er empfiehlt keine der drei Formen.
Sätze und Regeln stammen von Skatteverket, Riksgälden und Finansinspektionen, Angaben zu Anbietern von deren eigenen Seiten. Abgerufen haben wir sie am 25. Oktober 2026; die Quellen stehen am Ende.
Die kurze Antwort
- ISK: keine Steuer auf Gewinne, Dividenden und Zinsen aus dem Konto. Stattdessen werden jedes Jahr 30 % auf einen pauschalen Ertrag fällig, die schablonintäkt. Für 2026 beträgt sie 3,55 % der Kapitalbasis, die Steuer also effektiv 1,065 %.
- Freibetrag: Seit dem 1. Januar 2026 bleibt eine Kapitalbasis von SEK 300.000 steuerfrei (2025: SEK 150.000). Der Betrag gilt für ISK, KF und PEPP zusammen und wird automatisch abgezogen.
- KF: Die Versicherungsgesellschaft zahlt die Ertragsteuer (avkastningsskatt) und belastet sie Ihnen; in der Steuererklärung geben Sie dafür nichts an.
- Gewöhnliches Depot: 30 % auf den Überschuss der Kapitaleinkünfte. Verkäufe börsennotierter Aktien gehören in die Beilage K4; ein Verlust, den die Gewinne nicht decken, zählt zu 70 %.
- Schutz: Das investerarskydd ersetzt bis SEK 250.000, wenn ein Institut in Konkurs geht und Wertpapiere oder Geld nicht herausgeben kann. Die Einlagensicherung deckt bis SEK 1.150.000 je Person und Institut.
ISK: Steuer auf das Kapital statt auf den Gewinn
Im ISK fällt laut Skatteverket keine Steuer auf Gewinne, Dividenden, Zinsen oder andere Erträge der Anlagen an, auch nicht beim Abheben. Besteuert wird stattdessen jedes Jahr ein pauschaler Ertrag. Er entsteht in drei Schritten:
- 1Kapitalbasis (kapitalunderlag): Sie zählen den Wert des Kontos zu Beginn jedes Quartals und alle Einzahlungen des Jahres zusammen und teilen die Summe durch vier. Überträge von einem anderen eigenen ISK zählen nicht als Einzahlung.
- 2Satz: der Zins für Staatsanleihen (statslåneränta) am 30. November des Vorjahres plus einen Prozentpunkt, mindestens aber 1,25 %. Am 30. November 2025 lag die statslåneränta bei 2,55 %, der Satz für 2026 beträgt also 3,55 %. Für 2025 waren es 2,96 % (1,96 % plus einen Prozentpunkt).
- 3Steuer: 30 % auf den pauschalen Ertrag. Für 2026 sind das 30 % × 3,55 % = 1,065 % der Kapitalbasis, für 2025 waren es 0,888 %.
Vorher wird die skattefri grundnivå abgezogen: 2025 waren es SEK 150.000, seit dem 1. Januar 2026 sind es SEK 300.000. Skatteverket berücksichtigt den Betrag automatisch als Abzug bei den Kapitaleinkünften in der Steuererklärung.
Rechenbeispiel 2026: Zu Beginn jedes Quartals liegen SEK 480.000 im ISK, im Lauf des Jahres zahlen Sie SEK 80.000 ein. Die Kapitalbasis beträgt (4 × 480.000 + 80.000) / 4 = SEK 500.000. Nach Abzug der SEK 300.000 bleiben SEK 200.000; die Steuer beträgt 1,065 % davon, also SEK 2.130. Haben Sie daneben eine KF oder ein PEPP-Produkt, teilen sich alle drei den einen Freibetrag.
Rein rechnerisch, ohne Freibetrag und ohne Rücksicht auf Verluste oder den Zeitpunkt von Verkäufen: Die ISK-Steuer entspricht 30 % auf eine Rendite von 3,55 %. Auf einem gewöhnlichen Depot fiele dieselbe Steuer an, wenn dort im selben Jahr 3,55 % Ertrag realisiert und versteuert würden. Was am Ende weniger kostet, hängt von Rendite, Verlusten und Haltedauer ab, die niemand im Voraus kennt.
Was im ISK sonst gilt
- Keine Verluste: Verluste im ISK sind nicht abziehbar.
- Ein Inhaber: Ein ISK gehört genau einer Person oder einem Nachlass; ein Gemeinschaftskonto gibt es nicht.
- Zulässige Anlagen: Bargeld, Fondsanteile und Wertpapiere, die an einem regulierten Markt irgendwo auf der Welt zugelassen sind. Wertpapiere an einem MTF sind nur zulässig, wenn der Handel im EWR stattfindet.
- Übertrag aus dem Depot: Wer Wertpapiere aus einem gewöhnlichen Depot ins ISK verschiebt, veräussert sie steuerlich; der Übertrag gilt als Verkauf.
- Zinsen auf Guthaben: Seit dem Steuerjahr 2025 sind Zinsen auf Bargeld im ISK steuerpflichtig, wenn der Zinssatz irgendwann im Jahr über der statslåneränta von Ende November des Vorjahres liegt. Nordnet weist in seiner schwedischen Preisliste für ISK, KF und Aktie- och fondkonto einen Einlagenzins von 0,00 % aus.
- Ausländische Quellensteuer: Steht die im Ausland bezahlte Steuer auf Dividenden auf einer Kontrolluppgift, rechnet Skatteverket die Anrechnung automatisch aus.
Kapitalförsäkring (KF)
Die KF ist eine Kapitalversicherung; bei Nordnet bestimmen Sie laut Anbieter selbst, wie das Geld angelegt wird. Die Steuer heisst hier avkastningsskatt: Die Versicherungsgesellschaft zahlt sie ein und zieht den entsprechenden Betrag nach dem Vertrag bei Ihnen ab. Wer eine schwedische KF hat, gibt in der Steuererklärung keine Grundlage für die avkastningsskatt an.
Seit dem 1. Januar 2025 teilt sich die KF den Freibetrag mit dem ISK und dem PEPP; wer beides hat, bekommt den Abzug zuerst für das ISK. Wer in Schweden wohnt und eine ausländische KF besitzt, zahlt darauf laut Skatteverket normalerweise avkastningsskatt in Schweden. Wie das deklariert wird, haben wir nicht geprüft.
Das gewöhnliche Depot
Ausserhalb von ISK und KF gelten die allgemeinen Regeln für Kapitaleinkünfte:
- Satz: Ein Überschuss bei den Kapitaleinkünften wird mit 30 % besteuert. Bei einem Defizit gibt es eine Steuerreduktion von 30 % auf bis zu SEK 100.000 Defizit und 21 % auf den Teil darüber. Ein Defizit von SEK 150.000 bringt also 30 % × 100.000 + 21 % × 50.000 = SEK 40.500.
- Deklaration: Verkäufe börsennotierter Aktien gehören in die Beilage K4, Abschnitt A, zur Einkommensteuererklärung. In der Erklärung 2026 stehen die Verkäufe von 2025.
- Verluste: Skatteverket zeigt als Beispiel, dass Gewinne aus börsennotierten Aktien mit Verlusten aus börsennotierten Aktienfonds desselben Jahres verrechnet werden; was die Gewinne nicht decken, ist zu 70 % abziehbar (kvotering). Verrechnung und 70-%-Rechnung macht Skatteverket selbst. Ob jeder Wertpapiergewinn mit jedem Verlust voll verrechnet wird, sagt die Seite nicht.
- Haltefrist: Eine Frist, nach der Gewinne steuerfrei würden, erwähnen die abgerufenen Seiten nicht.
- Meldung: Banken und Kreditinstitute schicken Skatteverket normalerweise eine Kontrolluppgift, wenn Sie Aktien verkaufen. Dass ausländische Broker das tun, belegt keine der abgerufenen Quellen. Wer über einen ausländischen Broker handelt, prüft deshalb selbst, ob K4 vollständig ist.
Aufsicht und Anlegerschutz
- Aufsicht: Finansinspektionen (FI) überwacht die Unternehmen des Finanzsektors.
- Investerarskydd: Geht ein Institut in Konkurs und kann es Ihre Wertpapiere oder Ihr Geld nicht herausgeben, ersetzt Riksgälden bis SEK 250.000. Der Schutz gilt für alle Kunden, Privatpersonen wie Unternehmen. Den Anspruch müssen Sie innerhalb eines Jahres nach dem Konkursbeschluss selbst bei Riksgälden anmelden. Die Seite trägt den Stand 10. Juli 2019.
- Einlagensicherung: bis SEK 1.150.000 je Person und Institut (Stand der Seite: 6. Oktober 2026).
- Angeschlossene Institute: Auf Riksgäldens Liste stehen unter anderem Nordnet Bank AB, Avanza Bank AB, Svenska Handelsbanken AB, Skandinaviska Enskilda Banken AB, Swedbank AB und Lysa AB.
Anbieter: was wir belegt haben
- [Nordnet](/de/brokers/nordnet): bietet laut seiner schwedischen Website ein ISK und eine KF an. Auf der ISK-Seite nennt Nordnet die Schablonsteuer von 1,065 % für 2026 und schreibt, dass Sie die Geschäfte im ISK nicht deklarieren müssen. Für die KF schreibt Nordnet, dass keine festen Gebühren anfallen.
- Saxo und Lightyear: Ob sie in Schweden ein ISK anbieten, konnten wir nicht belegen; die schwedischen Seiten, die wir abrufen wollten, gab es nicht.
- Weitere Anbieter in unserem Vergleich, etwa Interactive Brokers, DEGIRO, Trading 212, Revolut und XTB: Ein ISK haben wir bei ihnen nicht geprüft.
- Schwedische Banken, die wir nicht vergleichen: Svenska Handelsbanken bietet laut eigener Seite ein ISK an und nennt dort ebenfalls die Grenze von SEK 300.000. Das ISK-Angebot von Avanza, SEB und Swedbank konnten wir nicht abrufen. Lysa ist ein automatischer Dienst für Indexfonds, kein Aktienbroker.
Welche Broker aus unserem Vergleich Kundinnen und Kunden aus Schweden annehmen, zeigt das Verzeichnis mit Wohnland Schweden; für ETF-Anleger gibt es die ETF-Rangliste für Schweden. Aufsicht, Anlegerschutz und Steuerkonten im Überblick stehen auf der Länderseite Schweden.
US-Dividenden
Für Anleger mit Wohnsitz in Schweden begrenzt das Doppelbesteuerungsabkommen die US-Quellensteuer auf Portfolio-Dividenden auf 15 %; 5 % gelten nur für Gesellschaften, die direkt mindestens 10 % der Stimmrechte halten. Belegt ist das durch die Technical Explanation des US-Finanzministeriums zum Abkommen von 1994, die das IRS veröffentlicht. Den Abkommenstext selbst und das spätere Protokoll haben wir nicht abgerufen.
Was wir nicht belegen konnten
- Ob in Schweden eine Steuer auf Wertpapiergeschäfte anfällt: Eine amtliche Quelle dazu haben wir nicht abgerufen.
- Ob Nordnet für das gewöhnliche Depot eine Kontrolluppgift an Skatteverket schickt. Unser Datensatz führt Nordnet als Anbieter mit Steuermeldung in Schweden; die Seiten zu ISK und KF sagen zum Depot nichts.
- Wie die avkastningsskatt der KF im Einzelnen berechnet wird und wie eine ausländische KF zu deklarieren ist.
- Wie weit die Verlustverrechnung auf dem Depot über das Beispiel von Skatteverket hinaus reicht.
- Das ISK-Angebot von Saxo, Lightyear, Avanza, SEB, Swedbank und den übrigen Anbietern in unserem Vergleich.
- PEPP und andere Formen der Altersvorsorge haben wir nicht untersucht.
Was Sie selbst prüfen können
- 1Schätzen Sie Ihre Kapitalbasis: Werte zu Quartalsbeginn plus Einzahlungen, geteilt durch vier. Liegt sie unter SEK 300.000 und haben Sie weder KF noch PEPP, bleibt sie 2026 steuerfrei.
- 2Bedenken Sie, dass Verluste im ISK nicht zählen und dass ein Übertrag aus dem Depot als Verkauf gilt.
- 3Vergleichen Sie den Zins auf Guthaben im ISK mit der statslåneränta von Ende November des Vorjahres.
- 4Handeln Sie über einen ausländischen Broker, vervollständigen Sie K4 selbst, wenn keine Kontrolluppgift kommt.
Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)
- Skatteverket, Investeringssparkonto (ISK)
- Skatteverket, Deklarera aktier och övriga värdepapper und Kvittning och kvotering
- Skatteverket, Om aktier
- Skatteverket, Svenska kapitalförsäkringar och pensionssparanden und Försäkringar
- Riksgälden, Så fungerar investerarskyddet, Så fungerar insättningsgarantin und Banker och institut anslutna till investerarskyddet
- Finansinspektionen, Uppdrag och verksamhet
- IRS, Technical Explanation zum Abkommen USA–Schweden von 1994
- Nordnet, Investeringssparkonto, Kapitalförsäkring und Prislista
- Svenska Handelsbanken, Investeringssparkonto
Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.
Häufige Fragen
Die schablonintäkt für 2026 beträgt 3,55 % der Kapitalbasis: die statslåneränta von 2,55 % am 30. November 2025 plus einen Prozentpunkt. Darauf fallen 30 % Steuer an, effektiv also 1,065 % der Kapitalbasis über dem Freibetrag von SEK 300.000. Bei einer Kapitalbasis von SEK 500.000 sind das SEK 2.130.
Für ISK, Kapitalförsäkring und PEPP zusammen, nicht für jedes Konto einzeln. Skatteverket zieht ihn automatisch ab, zuerst beim ISK. 2025 betrug er SEK 150.000, seit dem 1. Januar 2026 sind es SEK 300.000.
Nein. Verluste im ISK sind laut Skatteverket nicht abziehbar. Auf einem gewöhnlichen Depot dagegen werden Verluste mit Gewinnen verrechnet, und was die Gewinne nicht decken, zählt zu 70 %.
Laut Skatteverket gilt der Übertrag steuerlich als Veräusserung, also als Verkauf aus dem Depot. Verluste, die danach im ISK entstehen, sind nicht abziehbar.
Für ein gewöhnliches Depot ja, wenn keine Kontrolluppgift kommt. Banken und Kreditinstitute melden Verkäufe normalerweise an Skatteverket; dass ausländische Broker das tun, belegt keine der Quellen, die wir abgerufen haben. Verkäufe börsennotierter Aktien gehören in die Beilage K4, Abschnitt A.
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