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Regulierung

Investieren aus den Golfstaaten und der arabischen Welt

Aufsicht, lizenzierte Gesellschaften, wer Kundinnen und Kunden aus welchem Land annimmt, US-Quellensteuer ohne Abkommen, Steuern, Anlegerschutz, Börsen und Marktgrösse für VAE, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman, Ägypten, Jordanien und Marokko – mit Quelle und Datum.

AutorBrokaro Redaktion
VeröffentlichtAktualisiertLesezeit9 Min.
Auf dieser Seite12
  1. Wer die Aufsicht hat
  2. Welche Gesellschaft Ihren Vertrag hält
  3. Wer Kundinnen und Kunden annimmt
  4. US-Quellensteuer auf Dividenden
  5. Steuern im Wohnland
  6. Zakat
  7. Anlegerschutz
  8. Börsen und Marktgrösse
  9. Islamische Finanzen an den Börsen der Region
  10. Anbieter vor Ort, die wir nicht vergleichen
  11. Was wir nicht belegen konnten
  12. Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Dieser Beitrag ist für Leserinnen und Leser in neun Ländern: den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman, Ägypten, Jordanien und Marokko. Er zeigt, wer dort die Aufsicht hat, welche Gesellschaften der von uns verglichenen Broker in der Region lizenziert sind, welche Broker sagen, dass sie Kundinnen und Kunden aus diesen Ländern annehmen, was die USA auf Dividenden einbehalten und was über Steuern und Märkte bekannt ist.

Alle Angaben stammen von den am Ende genannten Seiten, gelesen am 25. Oktober 2026. Steuerangaben von Beratungsfirmen sind als solche gekennzeichnet. Wo wir nichts gefunden haben, steht das so da; eine fehlende Angabe ist kein «nein». Dies ist keine Anlage- oder Steuerberatung.

Wer die Aufsicht hat

LandWertpapieraufsichtBörse
VAECapital Market Authority (CMA, früher SCA); im DIFC die DFSA, im ADGM die FSRADubai Financial Market (DFM)
Saudi-ArabienCapital Market Authority (CMA)Saudi Exchange (Tadawul)
KatarQatar Financial Markets Authority (QFMA); im QFC die QFCRAQatar Stock Exchange
KuwaitCapital Markets Authority (CMA)Boursa Kuwait
BahrainCentral Bank of Bahrain (CBB)Bahrain Bourse
OmanFinancial Services Authority (FSA, früher CMA)Muscat Stock Exchange (MSX)
ÄgyptenFinancial Regulatory Authority (FRA)Egyptian Exchange (EGX)
JordanienJordan Securities Commission (JSC)Amman Stock Exchange (ASE)
MarokkoAutorité Marocaine du Marché des Capitaux (AMMC)Bourse de Casablanca

Die Seiten der kuwaitischen Aufsicht und Börse und die der AMMC waren nicht erreichbar; dort stützen wir uns auf die Angaben eines kuwaitischen Brokers und der Börse von Casablanca.

Welche Gesellschaft Ihren Vertrag hält

In den VAE nennen mehrere Broker unseres Vergleichs eine eigene Gesellschaft. Die Zone allein sagt wenig; was eine Gesellschaft darf, hängt von ihrer Lizenz ab.

  • DFSA (DIFC): IG Limited (F001780), XTB MENA Limited (F006316), Pepperstone Financial Services (DIFC) Ltd (F004356) und Swissquote MEA. Plus500AE Ltd (F005651) hat eine Lizenz der Kategorie 4 und darf nach eigener Angabe keine Kundengelder oder -vermögen halten; dasselbe sagt die DIFC-Niederlassung von Axi. Tickmill hat im DIFC nur eine Repräsentanz (F007663).
  • FSRA (ADGM): eToro (ME) Limited (Bewilligung 220073) und Ava Trade Middle East Ltd (190018). Welche Gesellschaft Kundinnen und Kunden aus den VAE aufnimmt, sagt eToro nicht.
  • CMA: Capital Com MENA Securities Trading L.L.C. (20200000176) und Plus500Gulf Securities LLC (20200000232). Auf der VAE-Seite von Pepperstone gibt Pepperstone Markets Limited auf den Bahamas die Produkte aus; die Gesellschaft in den VAE ist nur für Vermittlung und Beratung lizenziert.
  • Ohne Lizenz vor Ort: Die MENA-Seite von Saxo bietet die Dienste der Saxo Bank A/S in Dänemark an; die Repräsentanz in Dubai erbringt keine Finanzdienstleistungen. Swissquote MEA handelt mit Privatkundinnen und -kunden keine CFDs und kein Forex; diese kommen von der Swissquote Bank SA in der Schweiz.

Für Saudi-Arabien haben wir keinen Broker unseres Vergleichs mit einer Lizenz der CMA gefunden. Für die übrigen sieben Länder haben wir das nicht Broker für Broker geprüft.

Wer Kundinnen und Kunden annimmt

Die Anbieter sagen das auf verschiedene Weise, und nicht jede Aussage ist eine Bestätigung:

BrokerArt der AussageLänder
Interactive BrokersLänderliste für die Kontoeröffnungalle neun
Trading 212Länder, die Trading 212 UK bedientVAE, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman; nicht Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Marokko
eToro, Capital.comSwap-freies Konto für Kundinnen und Kunden aus diesen Ländernalle neun
PepperstoneGesellschaft im DIFC; Liste swap-freier Konten der Gesellschaft in KeniaVAE; Katar, Kuwait, Bahrain, Oman, Ägypten, Jordanien, Marokko
IG, XTB, Saxo, Plus500Seite oder Gesellschaft in den VAEVAE
CoinbaseTabelle der AnmeldeländerVAE, Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Ägypten, Marokko
AvaTrade, BlackBull Markets, Bybitkeines der neun Länder steht auf der Ausschlusslistenicht ausdrücklich bestätigt

Bei Bybit schliesst die Liste für eine Gesellschaft «only Dubai» aus. Andere Broker unseres Vergleichs eröffnen Konten nur für Personen mit Wohnsitz anderswo, etwa moomoo (sieben Länder, keines davon arabisch), Freetrade (Grossbritannien), Wealthsimple (Kanada) und Nordnet (EU, EWR, Schweiz).

US-Quellensteuer auf Dividenden

Die USA behalten auf US-Dividenden an ausländische Personen 30 % ein, ausser ein Abkommen sieht weniger vor. Auf der Abkommensliste des IRS (Stand 3. Januar 2026) fehlen die VAE, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman und Jordanien; für sie gelten 30 %. Ägypten und Marokko haben ein Abkommen: Die Abkommenstabelle des IRS (Rev. Mai 2023) nennt für beide 15 % auf Dividenden und für qualifizierte Direktbeteiligungen 5 % (Ägypten) beziehungsweise 10 % (Marokko).

Beispiel: Von USD 1.000 US-Dividenden behalten die USA bei Wohnsitz in den VAE USD 300 ein, bei Wohnsitz in Ägypten oder Marokko mit Abkommenssatz USD 150. Wie man den Abkommenssatz mit dem Formular W-8BEN geltend macht, erklärt der für die Schweiz geschriebene Beitrag US-Quellensteuer zurückholen: W-8BEN und DA-1.

Steuern im Wohnland

Amtliche Texte konnten wir nur für die VAE und Oman lesen; der Rest stammt von Beratungsfirmen, und für zwei Länder widersprechen sie sich.

  • VAE: Nach dem Kabinettsbeschluss Nr. 49 von 2023 (in Kraft seit 1. Juni 2023) sind Einkünfte einer natürlichen Person aus persönlicher Anlage keine Geschäftstätigkeit, die der Unternehmenssteuer unterliegt, sofern sie keine Lizenz braucht und kein Handelsgewerbe ist.
  • Saudi-Arabien: laut PwC kein System der Einkommensteuer für natürliche Personen. Zur Zakat siehe unten.
  • Katar: laut PwC sind Kursgewinne einer Privatperson steuerfrei, wenn die Wertpapiere nicht zu einer steuerpflichtigen Tätigkeit gehören; Dividenden aus versteuerten oder steuerbefreiten Gewinnen sind nicht steuerbar.
  • Kuwait und Bahrain: laut PwC keine Einkommensteuer für natürliche Personen.
  • Oman: Die Einkommensteuer für natürliche Personen wurde mit dem königlichen Dekret 56/2025 erlassen. Laut PwC gilt sie ab 1. Januar 2028, mit 5 % auf Jahreseinkommen über OMR 42.000 und auf dem weltweiten Einkommen von Ansässigen; wie sie Kursgewinne und Dividenden behandelt, haben wir nicht gelesen.
  • Ägypten: ungeklärt. PwC nennt weiter 10 % auf Gewinne Ansässiger aus Aktien an der EGX; laut Deloitte sind sie seit dem Gesetz Nr. 151 von 2026 nicht mehr steuerbar. Gewinne aus ausländischen Aktien unterliegen laut PwC dem Einkommensteuertarif, wenn Ägypten Mittelpunkt der Tätigkeit ist.
  • Jordanien: ungeklärt; die PwC-Seite für natürliche Personen widerspricht sich bei Gewinnen aus kotierten Aktien. Dividenden jordanischer Gesellschaften sind laut PwC für Privatpersonen steuerfrei.
  • Marokko: laut PwC 15 % auf Gewinne aus kotierten Aktien; laut Upsilon 11,25 % Quellensteuer auf Dividenden 2026 und 10 % ab 2027.

Zakat

In Saudi-Arabien zählen die Durchführungsvorschriften zur Zakat-Erhebung (geändert am 3. April 2025) auf, wer ihnen unterliegt. Als natürliche Person nennen sie nur eine «Resident Saudi person, who practices an Activity under a license»; Staatsangehörige der GCC, die wie Saudis behandelt werden, gelten als Saudis. Private Depots erwähnen sie nicht. Wir nennen daher weder eine Pflicht noch eine Befreiung. Für die übrigen Länder haben wir keine amtliche Aussage zur Zakat auf Wertpapierdepots gefunden. Zakat und Reinigung von Erträgen behandelt der Beitrag Islamisch investieren mit einem Broker.

Anlegerschutz

  • Saudi-Arabien: Ein allgemeines Entschädigungssystem haben wir nicht gefunden. Die CMA nennt drei Entschädigungsfonds für Geschädigte von Verstössen am Kapitalmarkt, von denen mehr als 20.000 Anleger profitiert haben.
  • Bahrain: Die CBB schützt Einlagen und uneingeschränkte Anlagekonten von Privatpersonen bis BD 20.000, mit getrennten konventionellen und islamischen Fonds. Das betrifft Bankkonten, nicht Wertpapierdepots.
  • Ägypten: Ein Anlegerschutzfonds deckt nichtkommerzielle Risiken aus der Tätigkeit von Wertpapierfirmen (Dekret 1764/2004); seine Satzung von 2006 nennt als Grenze EGP 100.000 «for every security». Ob diese Grenze noch gilt, konnten wir nicht bestätigen.
  • VAE, Katar, Kuwait, Oman, Jordanien, Marokko: Eine amtliche Quelle zu einem Entschädigungssystem für Depotkundinnen und -kunden haben wir nicht gefunden. Das heisst nicht, dass es keines gibt.

Börsen und Marktgrösse

  • VAE: Die DFM meldet für Ende 2025 1,25 Millionen Anleger, davon 97.394 im Jahr neu (84 % aus dem Ausland). Institutionelle Anleger machten 71 % des Handels aus, ausländische 51 % des Umsatzes; der Gesamtumsatz betrug AED 174 Mrd.
  • Saudi-Arabien: Ende 2025 rund 161.000 internationale Anleger; mehr als 1,06 Millionen Anleger profitierten von FinTech-Angeboten, nach 789.800 im Vorjahr. Anfang 2026 hat die CMA die Regel erlassen, die den Main Market allen Arten nicht ansässiger ausländischer Anleger öffnet.
  • Ägypten: 2025 tätigten Privatpersonen 68 % der Transaktionen an der EGX; rund 299.100 Anleger kamen neu hinzu, 30 % mehr als 2024 (Zahlen der EGX, veröffentlicht von Mondo Visione).
  • Jordanien: Das Zentralverwahrungsinstitut SDC zählte am 25. Oktober 2026 747.046 Privatanleger von insgesamt 755.282 Anlegern.
  • Oman: Die Startseite der Verwahrstelle MCD zeigte 584.103 registrierte Anlegerkonten, ohne Datum.
  • Katar, Kuwait, Bahrain, Marokko: keine amtliche Zahl gefunden.

Islamische Finanzen an den Börsen der Region

  • Das Fatwa- und Scharia-Aufsichtsgremium der DFM hat 2008 einen Standard für die Ausgabe und den Handel von Aktien erlassen und ihn 2013 und 2018 überarbeitet; ein Nachtrag vom 2. Februar 2023 hob zwei Absätze auf.
  • Die Börse von Katar führt den QE Al Rayan Islamic Index, der zweimal im Jahr überprüft wird.
  • Der EGX33 Shariah Index umfasst 33 Unternehmen, ausgewählt nach einer Methode, die ein Scharia-Gremium unter dem Vorsitz von Dr. Amr El-Wardani genehmigt hat; jedes ist auf 15 % begrenzt.
  • Die Börse von Maskat veröffentlicht eine Liste «Shariah Compliant Companies» mit Daten eines Dritten und lehnt die Verantwortung für deren Richtigkeit ab.
  • Die Börse von Amman hat ein Segment für Sukuk; der Online-Dienst der Bahrain Bourse steht konventionellen und schariakonformen Instituten offen, wie die Börse sie nennt.
  • Im DIFC sagt Baraka, es habe eine Islamic-Window-Zulassung der DFSA unter einem eigenen Scharia-Gremium und seine Screening-Daten seien keine Fatwa; Sarwa (ADGM) sagt, es habe keine solche Zulassung.

Das sind Aussagen von Börsen und Firmen, nicht unsere. Was Broker zu Zinsen, Wertpapierleihe und Screening sagen, steht im Beitrag Islamisch investieren mit einem Broker und in der Übersicht zum islamischen Investieren.

Anbieter vor Ort, die wir nicht vergleichen

Lokal zugelassen und von uns nicht bewertet sind etwa Sarwa (FSRA) und Baraka (DFSA) in den VAE, Al Rajhi Capital (CMA-Lizenz 07068-37) und SNB Capital (37-06046) in Saudi-Arabien sowie Thndr in Ägypten, dessen Brokergesellschaft nach eigener Angabe von der FRA beaufsichtigt wird. Die Nennung ist keine Empfehlung. Mehr auf den Länderseiten: VAE, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman, Ägypten, Jordanien und Marokko.

Was wir nicht belegen konnten

  • Welche Gesellschaft von eToro, Pepperstone, Capital.com oder Interactive Brokers Kundinnen und Kunden aus welchem Land aufnimmt.
  • Amtliche Steuertexte für Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Ägypten, Jordanien und Marokko, darunter die ägyptischen Gesetze Nr. 151 und 153 von 2026.
  • Die Register von DFSA, FSRA, QFMA und AMMC und Zahlen zu ADX und Nasdaq Dubai.
  • Die marokkanischen Devisenvorschriften für Anlagen im Ausland, die entscheiden können, ob ein ausländischer Broker überhaupt nutzbar ist.

Quellen (abgerufen am 25. Oktober 2026)

Häufige Fragen

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